Wer hätte gedacht, wie schnell man aus drei Ferienwochen vier machen kann? Alles was man dazu braucht sind zwei rote Striche auf einem COVID-Schnelltest. Das hört sich jetzt schlimmer an als es eigentlich war, denn ich hatte nur das Gefühl, dass mein Kopf jeden Moment explodieren könnte und sonst nichts. Um meine Gastfamilie nicht anzustecken, bin ich größten teils in meinem Zimmer geblieben. Wenn man hier in BC positiv getestet wird, muss man nur eine fünftägige Quarantäne machen und kann danach wieder ganz normal in die Schule oder zur Arbeit gehen.

Die Woche vor Exam Week

Ich war darüber sehr froh. Zwischen dem Ende meiner Quarantäne und der „Exam Week“ war nämlich nur eine Schulwoche übrig und die wollte ich nicht verpassen. Das lustige ist: meine Chemielehrerin, bei der ich meinen Exam geschrieben habe, war dann krank. Naja, immerhin konnte ich so meine letzten zwei Mathetests schreiben.

Am Samstag morgen hatte Theo ein Hockeyspiel in Kimberly. Sein Team hatte nur zwei Lines, da so viele Kinder krank waren. Darum waren alle Rockies nach der ersten Hälfte total müde und das Kimberly Team hat 9:0 gewonnen. Nach dem Spiel sind wir dann zu Freunden meiner Gastfamilie gefahren, um Mittagessen zu essen. Weil Kimberly direkt neben Cranbrook liegt, sind wir zusemmen mit der anderen Familie ins Kino gegangen und haben Sing 2 gesehen. Rooney, Lainey und ich haben alle Lieder mitgesungen und Theo hat sich über mich lustig gemacht, weil ich bei einem Kinderfilm erschrocken bin. Alles in allem war es ein schöner Tag, der mich von meiner Nervosität wegen meines Exams abgelenkt hat.

 

Exam Week

Das einzige Fach, in dem ich in der Woche geprüft werden sollte, war Chemie. Ein Exam ist immer zwei Stunden lang und passt somit nicht in einen normalen Schultag. Wir Schüler mussten deshalb nur für unsere Exams in die Schule kommen und hatten den Rest der Woche frei. Meine Woche bestand also aus fünf Tagen Ski und Snowboard fahren und dem einen Exam. Meine Chemielehrerin hat vier verschiedene Aufgabe vorbereitet, von denen wir nur zwei machen sollten. Ich habe das leider nicht ganz richtig verstanden… Ich dachte, dass wir von der ersten Aufgabe nur zwei Teilaufgaben machen sollten und dann den Rest. Das das falsch war habe ich erst gemerkt, als ich mich mit einer Freundin draußen unterhalten habe. Ms. Gendron hat mich zum Glück die zwei Aufgaben markieren lassen, die sie bewerten sollte.

An dem Wochenende habe ich mich dann abends mit Freunden getroffen und das Ende des Semesters mit einem Lagerfeuer und Eistorte gefeiert. Sechs Schüler sammeln über in halbes Jahr definitiv genug Brennmaterial dafür…

 

Neues Semester

Für das zweit Semester habe ich vier neue Fächer bekommen: Chemie 12, Parenting, Culinary Arts and Photography. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Fächerauswahl, auch wenn ich ein paar Anfangsschwierigkeiten in meinen drei Wahlfächern hatte. Und in Chemie habe ich fast die Schule in die Luft gejagt… Letzten Mittwoch habe ich erfolgreich meinen Level 1Food Safe bestanden, der 10% meine Endnote ausmacht und mit welchem ich jetzt auch Essen für unser Schulcafé vorbereiten kann. In Photograpy haben wir gerade unser erstes Assignment bekommen. Wir sollen für alle Buchstaben des ABCs ein Foto machen. Dabei dürfen wir keine echten Buchstaben verwenden, sondern müssen Gegenstände finden, die so aussehen wie einer. In Parenting reden wir gerade über Teenpregnancy.

 

Calgary Trip

Letztes Wochenende sind Lainey, Rooney und ich nach Calgary gefahren, weil Lainey an einem Crossfit Turnier teilgenommen hat. Wir sind Freitag direkt nach der Schule losgefahren und waren somit pünktlich zum Abendessen bei Laineys Schwester. Laura hat richtig leckeres griechisches Essen gekocht und danach haben wir uns alle die Olympics angesehen. Es ist schon faszinierend, dem Freestyle Skiing and Snowboarding zuzusehen, nachdem man selbst ein paar mal versucht hat, auf der Piste zu springen und jedes mal hingefallen ist. Den Rest des Abends habe ich dann mit lesen verbracht.

Am Samstag hatte Lainey ihr Turnier, weshalb Rooney und ich den Tag mit Laura verbracht haben. Zum Frühstück gab es Waffeln mit Streuseln und als wir und Winston (Rooneys Cousin) fertig waren, sind wir dann zur Calgary Public Library gefahren. Die Bücherei ist einfach nur riesig und wunderschön. Auf der ersten Etage gibt es eine Art Sorgenfresser. Man kann seine Sorgen auf ein Blatt Papier schreiben und das dann in den Mund des Monsters schieben. Im „Magen“ des Monsters wird das Blatt geschreddert, so dass deine Sorgen privat bleiben. Nach der Monsterfütterung bin ich dann auf Entdeckungsreise gegangen. Auf der dritten Etage gibt es eine große Abteilung für Teenager mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und Auf der vierten Etage konnte man etwas über die Indigenous People in Kanada lernen. Am meisten Fasziniert war ich aber bei der Architektur der Bücherei selbst. Wenn das Foto davon siehst, weißt du, was ich meine.

Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht, Cookies zu dekorieren. Das war ganz lustig, grade weil Winston und Rooney die Kekse liebe gegessen hätten, als sie zu dekorieren. Lainey hat bei ihrem Turnier den vierten Platz belegt, was ziemlich beeindruckend ist, finde ich. Sonntag sind wir wieder nach Hause gefahren und haben im Auto zu Disney Liedern mitgesungen.

 

Schlittschuhlaufen auf Lake Windermere

Am Donnerstag bin ich mit drei anderen Internationals Schlittschuhlaufen gegangen. Das Wetter war eigentlich perfekt dafür, jedoch ist es hier in der letzten Woche sehr warm gewesen. Die Oberfläche des Eises war deshalb slushy und man ist die ganze Zeit irgendwo stecken geblieben. Wir haben so viel gelacht, weil es jedes mal so komisch aussah, wenn einer von uns fast hingefallen ist…

 

Das war es auch schon von meinem fünften Monat hier in den Rocky Mountains. Die Hälfte meines Aufenthaltes ist nun vorbei und ich bin sehr froh, dass ich noch weitere fünf Monate hier verbringen kann!


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