Vor ein paar Tagen war Weihnachten. In diesem Jahr habe ich Weihnachten nicht zu Hause, sondern hier in Kanada verbracht. Es wird hier zwar sehr früh für Weihnachten geschmückt, im Radio werden Weihnachtslieder gespielt, aber man kennt keinen Adventskranz und Adventskalender sind auch viel unpopulärer. In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien gab es in meiner Schule die Aktion, dass man für einen Dollar eine Zuckerstange mit einer persönlichen Nachricht verschicken konnte. Die meisten Schüler haben auch eine Zuckerstange mit Nachricht bekommen.

Am 24. abends, bin ich mit meiner Gastfamilie zur Schwester meines Gastvaters gegangen, wo wir den „Christmas Eve“ mit der ganzen Familie verbracht haben. Zuerst wurde gegessen; es gab Truthahn, Kartoffelpüree, Squash und viele weitere unterschiedliche Gerichte, die man sich auf den Teller nehmen konnte. Nach dem Essen fand unser „Gift Exchange“ statt. Dafür hat jede Frau ein Frauengeschenk, Männer ein Männergeschenk und Kinder dementsprechend ein Kindergeschenk mitgebracht. Jeder hat dann eine Nummer gezogen und es ging darum, dass sich die Nummer 1 als erstes ein Geschenk aussuchen durfte und die darauffolgenden sich entweder ein neues Geschenk nehmen oder ein ausgepacktes Geschenk klauen dürfen. Ich habe zwar Nummer 14 von 15 gezogen, allerdings wurde mir von Nummer 15 am Ende doch noch mein Geschenk geklaut, das heißt ich hatte das Geschenk der anderen Person, aber durfte noch weiterklauen. Natürlich nicht das mir geklaute Geschenk.

Am nächsten Morgen war dann schon der „Christmas Day“. Um 8 Uhr wurde ich von meiner Gastschwester geweckt, um zum Weihnachtsbaum zu gehen und die Geschenke auszupacken. Erfreut habe ich festgestellt, dass es ein wenig geschneit hat, obwohl der Schnee gar nicht angesagt war. Ursprünglich war geplant, dass jeder reihum ein Geschenk auspackt, was dann leider doch nicht so ganz funktioniert hat. Da es nicht wie in Deutschland zwei Weihnachtsfeiertage gibt, an denen man die Familie und Freunde besucht, werden einem die Geschenke vorab gegeben, die man dann mit allen anderen Geschenken auspackt. Dementsprechend ist der Schenkende bei Auspacken dann nicht unbedingt dabei. Über den Tag verteilt haben wir die Familie besucht und Besuch bekommen, um uns darüber auszutauschen, was jeder so bekommen hat. Abends hat mir eine Freundin geschrieben, ob ich vielleicht Lust hätte, am nächsten Tag Skifahren zu gehen. Da meine Gastfamilie kein Ski fährt, habe ich mich sehr darüber gefreut.

Unser Weihnachtsbaum

Weiße Weihnachten


Dementsprechend bin ich am nächsten Tag früh aufgestanden, um zum Skifahren abgeholt zu werden. Das Skigebiet besteht zwar nur aus zwei Liften, ein paar Pisten und dem Anfängerhügel, aber hatte trotzdem super Schneequalität. Von vornherein war ein Lift geschlossen und der andere musste am frühen Nachmittag auch geschlossen werden, aber es hat trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht, wieder Skifahren zu können. Zum Ende hin sind wir einfach noch ein bisschen am Anfängerhang gefahren.

Skifahren mit Kiri und Yumi aus Japan

Sonnenuntergang auf dem Berg

Ich freue mich sehr, Weihachten in einer Gastfamilie hier in Kanada erlebt zu haben und dieses Fest einfach einmal anders und in einer anderen Kultur kennengelernt zu haben. Das ganze Fest ist zwar kürzer als in Deutschland, aber trotzdem einzigartig.

Bis zum nächsten Mal

Inga

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