Der September in Castleisland, County Kerry, Irland war mit einem Wort : fabelhaft.

Ich konnte endlich zur Schule gehen, viele neue interessante Personen kennen lernen, die berühmten Cliffs of Moher sehen und was nicht minder wichtig ist: einen Oreo Cheesecake backen.

Aber beginnen wir am Besten am Anfang.

Mein erster Schultag, am 01.09.15 in der Presentation Secondary School Castleisland war ungemein erfüllend.

Natürlich waren wir Austauschschüler (5 Mädchen, da die Pres. C-Island sec. School eine reine Mädchenschule ist) unglaublich nervös.

Wir befürchteten, unsere Sprachkenntnisse würden unzureichend sein und das unsere Nationalitäten möglicherweise unwillkommen sein könnten.

Grundlose Skepsis, Ängstlichkeit, Nervosität und die Befürchtung man könnte nicht interessant für die Mitschüler sein (da an dieser Schule wirklich eine Menge an Austauschschülern umhergehen).

Also alles in allem ein ganz normaler erster Schultag.

Mit der Zeit vergingen diese Zweifel aber. Um genau zu sein: etwa zu Beginn der ersten Pause. Denn meine Mitschülerinnen waren ausnahmslos alle ungemein freundlich, angenehm und sehr aufgeschlossen.

Ich hätte nie erwartet das eine meiner Schwächen mir einmal zu einer sehr guten, neuen Freundin verhelfen würde. Denn es kam, wie es kommen musste:

Alle fanden ihren Weg und gingen zusammen in die Wahlkurse und ich war natürlich im falschen Raum. Ich war im Chemieraum gelandet und starrte etwas verzweifelt auf diese, mir unbekannten Gleichungen, als mir erklärt wurde, dass ich auch Kunst wählen könnte, würde ich das lieber machen wollen, da dies ein Higher Level Kurs sei und dafür bräuchte man entsprechende Vorkenntnisse aus den Junior Year.

Also bat man Andrea M. Mich in den Kunstraum zu bringen, auf dessen Weg wir gut miteinander auskamen und wir beschlossen die Pause zusammen zu verbringen.

Im Laufe der ersten Woche bemühte ich mich, mir alle Namen und Gesichter einzuprägen und mich in der Schule zurecht zu finden.

Da meine Schule nur 150 Schülerinnen vorweist, war das kein allzu schweres Unterfangen und auch ich war dazu in der Lage die richtigen Räume zur punktuellen Zeit aufzusuchen.

Ich bin in fast allen Fächern Higher Level, außer Englisch, da man dort originale Zitate aus Hamlet rezitieren muss und mir die Gehobene alte englische Sprache dann doch noch etwas zu anspruchsvoll ist.

Ach ja, jeder Kurs ist in Higher Level oder Ordenary Level eingeteilt. Für die higher Level Kurse gibt es mehr Punkte für sagen wir mal das was bei uns das Abitur ist und der Lernstoff ist um einiges anspruchsvoller.

Die Ordenary Kurse sind in etwa auf dem Stand einer deutschen Gesamtschule, da es nur das Gesamtschulkonzept in Irland gibt. Higher Level wiederum ist mit einem deutschen Gymnasium gleichzusetzen.

Die ersten geschrieben Tests sind bei mir alle sehr gut ausfallen, Sodas ich mit mir zufrieden sein kann.

Allerdings haben wir hier mehr Hausaufgaben, da irische Schüler für gewöhnlich nichts unter Woche Unternehmen. Das war eine etwas schwierigere Umstellung, wobei ich da eh keinen großen Verlust erleide, da meine Gastfamilie, wie ich mittlerweile erfahren habe, mitten im nirgendwo lebt und ich nach der Schule pünktlich am Schulbus sein muss.

Einige Schulfächer habe ich mit der Jungenschule St. Patricks zusammen. Ein Beispiel : Hauswirtschaftslehre.

Was, wie man sich denken kann, für einige amüsante Momente im Schulalltag sorgt. Ich springe mal ein wenig im Inhalt und komme gleich zum eindrucksvollsten Ereignis des Monats.

Ich habe es doch tatsächlich geschafft einen leckeren, gut aussehenden wunderbar duftenden Oreo Cheesecake zuzubereiten. Und zwar in Hauswirtschaftslehre (oder auch Home Economics). Es war ein schweres Unterfangen, aber es ist mir und meiner geschickten Kochpartnerin Eva B. gelungen.

Das war schon alles zum Thema Oreo Cheesecake, aber das musste mal erwähnt werden.

Nach diesem erfolgreichen ersten Wochen, dachte ich schon, dies wäre mein Highlight für diesen Bericht.

Aber Gott sei dank ist etwas wirklich eindrucksvolles hinzugekommen.

Ich habe gemeinsam mit meiner Austauschorganisation Experiment e.V. Oder auch die irische Version E.I.L. (Experiment in International Living) die Cliffs of Moher besucht.

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Ich glaube, das war das wunderschönste, das ich in meinem Leben bisher sehen durfte. Es sieht aus, wie in Liebesfilmen, in denen Alles immer perfekt endet und man für einen Augenblick vergisst, was bisher alles schief gegangen ist. Meterhohe Feldklippen ragen aus dem atlantischen Ozean empor und scheinen das Meer mit den Wolken zu verbinden.Ich bin hinauf gewandert und habe diese himmlische Aussicht genossen.image1

Man steht dort oben. Hinter einem der Grund auf dem man steht und die wunderbar grünen Hügel Irlands. Um einen herum tanzt der Wind (und zerstört auch Frisuren die mit 3 Wetter Taft eingesprüht wurden, also gar nicht erst versuchen – einfach den Wind genießen der das Haar herum wirbeln lässt ). Und vor einem nichts weiter als das weite Meer, der große alte Himmel und die untergehende Sonne.

Das hat schon seinen Reiz, wie ich finde.

Ich freue mich schon unglaublich auf die nächsten 9 Monate auf meiner grünen Insel.

 


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