Hola todos,

und willkommen zu meinem neuen Blog. Heute möchte ich euch mal ein kleines Update von meinen ersten vier Monaten geben, da in der letzten Zeit sehr viel passiert ist. Dazu möchte ich kurz nochmal die ersten Monate aufgreifen, über die ich bereits geschrieben habe.

Mein erster Monat (August)

Mein erster Monat in Costa Rica war sehr aufregend und spannend, da natürlich alles für mich komplett neu war. Ich habe angefangen, meine Familie besser kennen zu lernen, habe mich schnell mit meiner Schwester sehr gut verstanden und habe viele neue Dinge erlebt und gesehen.

Der erste Schultag war für mich natürlich ebenfalls sehr aufregend, da ich niemanden aus meiner Klasse kannte und sozusagen gar kein Spanisch konnte. Leider hat sich herausgestellt, dass meine Klassenkameraden auch nicht wirklich Englisch sprechen konnten.

Blöderweise kam dann noch ein Virus dazu, der mich so umgehauen hat, dass ich über eine Woche zuhause krank im Bett lag und deswegen in einem mir noch fremden Land mit einer fremden Sprache den ganzen Tag allein war. Das war echt hart. Nach der Woche habe ich mich aber glücklicherweise schnell erholt und konnte wieder in die Schule gehen.

Eine weitere Sache, die für mich sehr spannend war, war mein erstes Volleyball Training hier in Costa Rica. In Deutschland habe ich schon seit ungefähr 4 Jahren Volleyball gespielt und bin auch regelmäßig zum Training gegangen, aber was mich hier in meinem Training erwartet hat, war nochmal etwas ganz anderes. Das Team, bei dem ich mittrainieren darf, wird von zwei Olympiaspielerinnen geleitet.

Mein zweiter Monat in Costa Rica (September)

Im September hat mein Leben hier dann wirklich angefangen. Ich hatte mich in meiner Familie eingelebt und auch die Schule besser kennengelernt. Allerdings ist unheimlich viel Unterricht ausgefallen. Ich habe, glaube ich, keine einzige Woche gehabt, in der nicht mindestens ein Tag ausgefallen ist. Außerdem habe ich mich auch nicht wirklich wohl in der Schule gefühlt, weil meine Klassenkameraden nicht viel bis gar nicht mit mir geredet haben.Auch als ich besser Spanisch reden konnte, hatten sie kein Interesse an mir, obwohl ich sie immer wieder angesprochen habe.

In dem Monat war ich aber auch mit meiner Familie auf vielen Feiern, da entweder Geburtstage anstanden oder wir zum Beispiel auch auf dem Oktoberfest der deutschen Schule hier in der Hauptstadt San José waren. Das alles hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen konnte und so unsere Beziehung noch enger wurde.


Meine Schwester und ich auf dem Oktoberfest.

Mein dritter Monat (Oktober) 

Im Oktober habe ich mich schlussendlich dazu entschieden, die Schule zu wechseln, weil ich mich einfach überhaupt nicht wohlgefühlt habe. Ständig fiel die Schule aus und ich habe einfach keine Freunde finden können – vielleicht auch weil ich die Mitschüler so selten gesehen habe. Ich war deswegen immer alleine und aus dem Grund war die Zeit von morgens 7 Uhr bis Nachmittags 4:20 Uhr für mich sehr lang, falls der komplette Unterricht stattfand. Wenn wieder ein Tag oder sogar mehrere Tage am Stück unterrichtsfrei waren, hatte ich niemanden, mit dem ich mich verabreden konnte und habe die Tage wieder allein zu Hause verbracht. Das ist mir echt auf die Nerven gegangen. Deswegen habe ich mich also nach anderen Schule umgeschaut, wobei mich besonders meine Gastmama super unterstützt hat.

Ende Oktober, man kann es kaum glauben, haben wir dann schon die Weihnachtsdekoration ausgepackt und angefangen, das ganze Haus zu dekorieren. Die Costa-Ricaner lieben es, alles zu schmücken. Deshalb ist das Haus von innen und auch von außen komplett dekoriert, sogar im Badezimmer findet man Weihnachtsdekoration wie Rentierfiguren, Schneeflocken am Spiegel, extra Zahnputzbecher und Seifenspender und selbst auf dem Spülkasten der Toilette sitzt ein Weihnachtsmann. Ganz schön weihnachtsverrrückt, die Costa-Ricaner! Echt crazy!

Ein großer Unterschied zu Deutschland ist aber, dass es hier in der Weihnachtszeit Sommer ist und es dementsprechend zur Zeit wärmer und nicht kälter wird. Da fällt es ein bisschen schwerer, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Alles wirkt ein bisschen komisch in der Wärme. Und die Weihnachtsmusik, die wir schon seit Anfang November immer wieder hören und mitsingen, wirkt eigentlich auch etwas fehl am Platz. Das ist schon sehr lustig.


Mein Hund Laika und ich.

 

Mein vierter Monat (November) 

Im November konnte ich dann endlich zwei Probetage in einer anderen Schule verbringen. Ich war erst skeptisch, ob die Schule geeignet sein könnte, denn die Schule, eine Privatschule, ist sehr klein. Was ich aber vorher nicht wusste, ist, dass meine Klasse, nämlich die 9. Klasse, aus nur 6 Schülern besteht. 6 Schüler!!! Ist das nicht verrückt?! Eine Parallelklasse gibt es auch  nicht, das heißt im ganzen Jahrgang sind nur 2 Jungen und 4 Mädchen. Trotzdem war es für mich ein Glücksfall. Die Klasse hat mich sofort aufgenommen und mir könnte es jetzt nicht mehr besser gehen.


Meine neue Klasse am ersten Probetag.

Ich wollte mir eigentlich noch eine weitere Schule anschauen, was aber im Endeffekt nicht geklappt hat, weil diese Schule doch auf einmal keinen Probetag zugelassen hat. An dem Tag, an dem ich eigentlich in die zweite Schule wollte, schrieben mich schon die Mädchen aus meiner jetzigen Schule an und meinten, dass sie mich vermissen. Das fand ich total süß. Ich verstehe mich mit denen unheimlich gut, denn wir haben uns viel unterhalten und auch schon viel gelacht. Auch außerhalb der Schule haben wir uns, jetzt wo Ferien sind, sogar schon getroffen und das nach nur zwei Wochen Schule, die ich mit ihnen verbracht habe. Ich bin total erleichtert, dass ich jetzt auch Freundinnen gefunden habe.

Der Unterricht ist auch viel besser als auf meiner alten Schule. Im Gegensatz zu der alten Schule dürfen wir im Unterricht kein Handy nutzen. Die Handys werden sogar in einer Box gesammelt und nur ausgegeben, wenn wir sie für den Unterricht benötigen. Der Unterrichtsstoff ist auch besser und alle beteiligen sich gut am Unterricht, was in der anderen Schule ja nicht der Fall war, da jeder privat mit seinem Handy beschäftigt war. Außerdem sind meine Unterrichtstage nicht mehr ganz so lang, denn ich habe „nur“ von 7:45 – 15:35 Uhr Unterricht.

Übrigens, noch eine kleine Anekdote am Rande: im nächsten Schuljahr werde ich dann mit nur noch vier anderen Klassenkameraden die Schule besuchen, weil uns zwei Mädchen leider verlassen. Für meine letzten vier Monate werde ich dann also in die zehnte Klasse gehen.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie man mit nur vier Schülern Unterricht machen kann, ganz besonders Sportunterricht. Manchmal machen wir als Klasse allein Sport, oft aber anscheinend auch mit der Jahrgangsstufe darüber oder darunter zusammen. Generell ist der Kontakt zu den anderen Stufen relativ eng, weil an der Schule auch immer wieder Projekte gemacht werden, die dann stufenübergreifend sind. Auch die Pausen verbringen wir mit Schülern der anderen Stufen. Dadurch lerne ich nach den Ferien bestimmt auch noch weitere Mädchen gut kennen.

Außerdem waren wir Ende November in Costa Ricas Freizeitpark „Parque Diversiones“, wovon ich bis kurz bevor wir losgefahren sind nicht wusste. Dieser Freizeitpark hat fast die gleichen Achterbahnen wie der „Moviepark“ bei uns in Deutschland. Wir waren dort von ungefähr 12-17 Uhr und es hat mega Spaß gemacht. Abends sind meine Schwester und ich tot in Bett gefallen, weil wir so erschöpft waren.


Meine Schwester und ich im Freizeitpark.

Inzwischen haben wir im Haus noch sehr viel mehr dekoriert und haben sogar zwei große Weihnachtsbäume aufgebaut. Fast das ganze Haus ist jetzt voller Dekorationen. Und ich habe mit einer deutschen Tradition dazu beigetragen, die meine Familie nicht kannte: ich habe einen Adventskalender aus kleinen Säckchen mit Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten für meine beiden jüngeren Geschwister gefüllt. Das finden die beiden cool.

        
UnserHauptwohnzimmer“.                                Unser Wohnzimmer im Eingangsbereich.


Unsere große Krippe im Vorgarten. 


Mein Bruder auf der Weihnachtsbaum-Einweihung in unserem Sportclub. 


Meine Mutter, meine Schwester und ich bei der Weihnachtsbaum-Einweihung.  

Bis zum nächsten Mal und allen eine schöne Adventszeit.

Jana

 

 

 

 

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