Montag, 10.9.12: Mein erster Tag an der Highschool. Die ersten beiden Stunden, also bis zur Lunchpause waren wir in der Bibliothek, wo uns die Vizedirektorin alles erklärt hat und wir unsere Stundenpläne bekamen. Das war der erste Schock des Tages. Die hatten mich nämlich für Französisch 12 und Chor eingetragen. Französisch: Ich habe es nie gelernt, ich will es nicht lernen. (Nichts gegen Franzosen, die sind echt cool). Chor: Sehe ich echt so aus als könnte ich singen?! Zu meiner Verzweiflung kam hinzu, dass mich der Typ, der für die Wechsel verantwortlich war, mich gründlich veräppeln wollte. Ich komm da rein und sag dem, dass ich Chor gegen Chemie tauschen will und er meint nur so: „Du siehst aber so aus als würdest du der neue deutsche Superstar werden.“ Am liebsten hätte ich seinen Kopf auf die Tischplatte geknallt, ganz ehrlich. Naja das war eines der kleineren Übel heute. Mein Englischlehrer spricht viel zu schnell und, wenn man ihn fragt, ob er etwas langsamer reden könnte, sagt er nein. Der Kerl ist unglaublich nett, nicht wahr? Und ich hab meinen Mathekurs gewechselt, da der 10. Klasse Primzahlen behandelt. Als Unterrichtsthema. Zum Glück konnte ich dann nach Hause gehen. Erste Schultage sind niemals einfach.

 

Freitag, 5.10.12: Jetzt bin ich schon fast einen Monat auf der Highschool. Ich hab mehrere Leute kennengelernt, die ziemlich cool drauf sind. Über 50% von denen arbeitet bei McDonalds und, nein ich wusste das nicht vorher. Aber das ist irgendwie auch voll cool. Und morgen fahre ich mit meiner Gastfamilie nach Vancouver Island, weil die Eltern von meiner Gastmutter mit uns Thanksgiving feiern wollen. Dann kommen wir Sonntag wieder, an dem Tag muss ich meine Hausaufgeben machen, weil meine Lehrer meinten: „Hey langes Wochenende, geben wir den Schülern einfach so viel auf, dass sie sich wie in der Schule fühlen.“ Bevor ihr jetzt fragt wie Schule noch so ist, kurze Zusammenfassung meiner Fächer:

Sport: Ich hab keine Ahnung wieso, aber das ist richtig geil und richtig bitter zugleich. Jede Stunde hat 80 Minuten also: Die ersten 20 Minuten Warm-up und Work-out. Dann spielen den ganzen Rest der Stunde komische Spiele von denen ich noch nie etwas gehört habe, die aber richtig Spaß machen. Zum Beispiel: Ultimative Frisbee, das ist  Football mit einer Frisbescheibe, Speedball, das ist so eine Mischung aus Fußball und Football, und „Capture the flag“, was ich selber nicht so ganz verstanden habe.

Kochen: Wir haben heute einen Kochen-Test geschrieben. Über Tischmanieren und Essen etc. Aber das Eigentliche in Kochen ist ja, dass die hier nicht nach Gewicht, wie in Deutschland, sondern nach Volumen messen. Heißt du hast hier einfach mal so  Messbecher für alles. Und du musst unterschiedliche Zutaten unterschiedlich messen, weil du ja ganz exakt wissen musst wie viel du in die Schüssel schüttest. Meiner Meinung nach etwas übertrieben aber macht richtig Spaß.

Englisch: Ich glaube über meinen Lehrer muss ich da jetzt kein Wort mehr verlieren. *Hust* Ich mag ihn nicht*Hust* Da er so schnell spricht dachte ich mir so: „Hey, du kannst das bestimmt alles irgendwo nachlesen.“ Das Ende vom Lied ist, wir lesen Romeo und Julia. Und wenn ich eins sagen kann, dann dass Shakespeare extrem unter Drogen gestanden haben muss, als er das geschrieben hat. Stellt euch einfach vor das ist wie Goethe nur auf English. Ich weiß es zwar nicht genau, aber ich habe das starke Gefühl, dass die beiden denselben Dealer erwischt haben. Wie auch immer auf jeden Fall versteh ich so gut wie gar nichts und ich bin froh, dass mir Alex jedes Mal sagt, was Hausaufgabe ist.

Mathe: Die entspannteste Stunde überhaupt. Ich hör da nicht wirklich zu krieg aber ein A, weil ich das alles schon kann. Meistens bin ich mit meinem Handy auf Facebook (Ja, meine Schule ist so cool und hat kostenloses W-Lan für alle Schüler) oder ich unterhalte mich mit den anderen Deutschen in meinem Kurs, weil die das auch schon alles können.

Chemie: War am Anfang ziemlich kniffelig, aber mittlerweile hab ich den Bogen raus. Ist eigentlich ganz einfach, wenn man das englische System versteht. Normale Stunde sieht so aus. Hausaufgabenkontrolle, die Lehrerin erklärt was, wie bekommen Arbeitsblätter, die Hausaufgabe sind, die man aber schon in der Stunde fertig hat.

Planning: Ein für mich sinnloses Fach, da ich hier nicht meinen Abschluss mache. Warum ich es habe? Keine Ahnung. Wir sprechen eigentlich nur über das Schulsystem und was wir in unserer Zukunft machen wollen, so mit Universitäten und so. Aber das macht irgendwie schon Spaß zu sehen was man so in Kanada nach der Schule macht.

Socials: Das ist einfach Geschichte, Erdkunde und Politik in einen Mixer geschmissen und durch gequirrlt. Aber wir machen viele Projekte, die eigentlich richtig cool sind. Momentan bin ich zum Beispiel Wolfgang Weber (49), ein preußischer Müller, der 1830 nach Kanada auswandert und seine Lebensgeschichte ab diesem Punkt beschreibt. Und nein, ich durfte nicht in Deutsch schreiben. Ich meine laut meinem Zettel kann ich nur so halb lesen, aber ich schreibe auf Englisch. Und dann musste ich mir von meiner Lehrerin anhören, dass es wirklich mehr Sinn machen würde, wenn ich das in Deutsch schreibe, sie es aber dann nicht lesen kann, also… Naja, einen Versuch war es wert. 😀

Science: Wie der Name schon sagt, Naturwissenschaften. Ich will jetzt nicht sagen, dass mein Lehrer etwas krank im Kopf ist, aber ja das ist er. Welcher normale Lehrer singt, wenn er die Hausaufgaben kontrolliert und liest vor jeder Stunde Witze vor, die meiner Meinung nach echt schlecht sind. Naja aber wenigsten lernt man irgendwie doch was bei dem, auch wenn ich nicht weiß warum.

Ja das war’s eigentlich so im Groben. Wer Fragen hat, einfach melden. Ich denke mir Kommentare sind angebracht. Freut die Autorin, also mich ;D und den Admin, also die Ele.

Und Tschö mit Ö meine Freunde. Man schreibt sich nach Thanksgiving.

 

Categories: 2012Hanna

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