Hey,

Vor ein paar Wochen sind meine Gastfamilie und ich Miesmuscheln sammeln gegangen. Wir sind bei Ebbe mit Haken, Eimern und Gummistiefeln an den Strand gefahren. Hier in Nova Scotia, in der Bucht „Bay of Fundy“, sind die höchsten Gezeitenunterschiede der Welt. Neben einem Strom, der zurück ins Meer geflossen ist, haben wir angefangen, mit den Haken einen Teil des Sandes auszuheben.

Das war schwerer als gedacht, da der Sand noch immer mit Wasser vollgesogen war. Aus dem Loch konnten wir dann ganz einfach die Muscheln heraus sammeln. Mit etwas Glück ließen sich die Muscheln ein wenig zusammendrücken, sodass dann ein Wasserstrahl herausspritzte, womit man auf die anderen zielen konnte.

Wenn man beim Graben lange an einer Stelle stehen bleibt, sinkt man ziemlich schnell in den Schlamm ein. Ein paar Mal bin ich fast umgefallen. Am Strand haben wir die Muscheln nur grob mit Wasser von Eimer zu Eimer gereinigt. Dabei konnten wir auch noch einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen.

Als wir zu Hause angekommen sind, mussten die Miesmuscheln allerdings auch vom restlichen Schlamm und Sand mit sauberem Wasser befreit werden. Danach wurden die Muscheln in einem großen Topf in Wasser gekocht. Später konnte man die Miesmuscheln dann ganz einfach aufbrechen und das Weichtier im Inneren essen. Dieses Weichtier hatte ich mir eigentlich viel größer vorgestellt als es letztendlich war. Dafür war es aber ziemlich glibberig und ich hatte das Gefühl, dass es auch gar keinen richtigen Geschmack hatte. Warm haben die Miesmuscheln aber trotzdem gut geschmeckt.

Vor einer Woche war dann auch schon Ostern. Hier gibt es zwar keine Osterferien, aber dafür von Freitag bis Montag ein langes Wochenende. Freitags habe ich ausgeschlafen und meiner Gastmutter beim Vorbereiten fürs Osteressen am nächsten Tag geholfen. Außerdem haben wir Pizza gemacht, da ich auf Instagram ein Video gesehen habe, wo in der Mitte der Pizza eine mit Käsesauce gefüllte Schüssel steht. Das mussten wir natürlich ausprobieren und es hat auch erstaunlich gut geschmeckt.

Am Samstag fand dann das große Osteressen mit der ganzen Familie statt. Wie auch an Thanksgiving und Weihnachten gab es den traditionellen Truthahn und viele andere Speisen, wie zum Beispiel Kartoffelpüree. Jeder hat etwas mitgebracht und somit zum Essen beigetragen.

Wie jeden Sonntag sind wir auch am Ostersonntag in die Kirche gegangen. Der einzige Unterschied zu normalen Sonntagen war, dass es noch ein Osteressen gab. Normalerweise bringt jeder irgendetwas zum Essen mit, aber dieses Mal war geplant, wer was mitbringt. Sehr verwundert war ich, als es im Gottesdienst gar nicht wirklich um die Ostergeschichte ging. Nach der Kirche haben wir zu Hause Ostereier gesucht und den Tag zu Hause verbracht. Unter anderem haben wir angefangen, den Pool vom Winter zu reinigen.

Von unserem Strand aus kann man auf die andere Seite der Bucht „Bay of Fundy“ schauen.  Schon lange habe ich mir gewünscht auch von der anderen Seite aus auf unseren Strand zu schauen. Am Montag war es dann soweit und wir haben eine Tagestour auf die andere Seite unternommen.  Auf dem Weg haben wir immer wieder angehalten, um uns zum Beispiel das Haus einer alten Stuhlfabrik, ein Soldatendenkmal oder eine Statue der Ureinwohner anzuschauen.

Glooscap hat Legenden zufolge die Ureinwohner Nova Scotias ,die Mi’kmaq, erschaffen.

 

Obwohl der ganze Tag ziemlich regnerisch war, hatten wir trotzdem viel Spaß, da wir viele verschiedene Dinge, wie zum Beispiel einen fahrbaren Friseursalon, gesehen haben. Es war super interessant auch mal auf der anderen Seite der Bucht zu sein. Am Abend sind wir alle müde ins Bett gefallen.

Bis zum nächsten Mal

Inga

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