Jan 222017
 

Hallo alle zusammen!

Dies wird mein letzter Beitrag auf diesem Blog sein, denn ich bin schon wieder zurück im guten alten Deutschland.

Seit fast drei Wochen bin ich nun wieder in meiner Heimat und ich muss sagen es hat sich wirklich nichts verändert. Alles ist beim Gleichen geblieben und ich hatte überhaupt keine Probleme mich einzuleben.

Aber fangen wir erstmal vorne an:

Noch vor Weihnachten habe ich eine Abschiedsparty für meine Freunde gegeben. Leider konnten aber 4 Personen nicht kommen, was echt schade war. Wir hatten aber trotzdem super viel Spass und ich rate jedem Austauschschüler nicht ohne Party das Land zu verlassen. Es ist immer nochmal schön einen Abend mit den Freunden zu verbringen, wo man sich wirklich verabschieden kann und nicht einfach weg ist. Außerdem hat meine Jugendgruppe der Kirche eine kleine „sent-off Party“ für mich geschmissen, was mich echt gefreut hat.

Meine Koffer dann für die Rückreise zu packen war schon echt ein Akt. Ich musste circa dreimal umpacken, weil ich entweder etwas vergessen hatte oder die Gewichtsverteilung nicht gestimmt hat. Nach Amerika geflogen bin ich mit einem Koffer und zurück gekommen mit zwei Koffern und Handgepäck :D. Zum Glück habe ich aber alles mitnehmen können und musste nichts zurück lassen.

Wenn ich an meinen bevorstehenden Rückflug gedacht habe, hatte ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite habe ich mich wirklich auf meine Familie und Freunde gefreut, auf der anderen Seite aber wollte ich nicht zurück. Außerdem war es so unwirklich für mich, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte bald nicht mehr im warmen Alabama, sondern im kalten NRW zu sein .

Mein Flug ging am 03. Januar um 13 Uhr. Beide meiner Gasteltern mussten arbeiten und konnten deshalb leider nicht mitkommen. So brachten mich meine beiden Gastbrüder, drei Freunde und meine Koordinatorin der Austauschorganisation zum Flughafen. Zu Anfang dachte ich, dass ich wahrscheinlich gar nicht weinen würde bei der Verabschiedung, doch je näher es zu dem Punkt kam, desto trauriger wurde es. In dem Moment wollte ich wirklich  nicht das Leben in Alabama zurücklassen und ich konnte nicht begreifen, dass es vorbei sein sollte. Es blieb mir aber keine Wahl und früher oder später musste ich doch gehen. Nach dem letzten Mal Verabschiedem von jedem und unter Tränen ging es dann durch die Sicherheitskontrollen. Bis auf, dass mein Flug von Mobile nach Atlanta eine Stunde Verpätung hatte, lief die ganze Reise echt gut (Mobile-Atlanta, Atlanta-Amsterdam, Amsterdam-Düsseldorf). Ich hatte nette Sitznachbarn und konnte mir die Zeit auf dem Langstreckenflug durch Schlafen und Filme schauen vertreiben.

In Deutschland angekommen begrüßten mich meine Eltern und zwei meiner besten Freunde am Flughafen *.*. Sie hatten vier Ballons mit, welches zusammen „welcome to Germany Julia“ sagten. Damit hätte ich nicht gerechnet und ich habe mich sehr gefreut. Es war auf jeden Fall sehr schön meine Eltern und engsten Freunde nach einem halben Jahr wieder zu sehen, allerdings hat es sich für mich auch total normal angefühlt. Wir sind dann alle zu mir nach Hause gefahren und meine Mutter hatte meinen Lieblingskuchen für mich gebacken^^.

Im Nachhinhein hat sich für mich der ganze Austausch wirklich wie ein dreiwöchiger Urlaub angefühlt. Die Zeit verging so schnell und ich war so beschäftigt, dass alles wie im Flug vorbei war. Allerdings bin ich jetzt im Nachhinein etwas traurig darüber, dass meine Gastfamilie überhaupt nicht unternehmenslustig war. Sie haben wirklich fast gar nichts mit mir unternommen, was ich echt schade finde. Ich habe mich zwar immer mit Freunden getroffen, bin aber kaum aus dem kleinen Örtchen rausgekommen und habe nicht viel von der Umgebung oder der nächstgrösseren Stadt Mobile gesehen. Ohne Auto konnte man dort nämlich nichts machen. Selbst am Strand, der nur 1 1/2 Stunden entfernt war, war ich nur einmal. Ich hätte so viel dort sehen können, bin aber durch meine Gastfamilie nicht dazu gekommen :/.

Dennoch vermisse ich die Staaten jetzt und besonders meine Freunde, mein Sportteam, meine Kirchengruppe, die Umgebung und alles andere hätte ich gerne zurück. Natürlich ist es auch sehr schön wieder in Deutschland bei der Familie und Freunden zu sein, aber es ist dennoch anders.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich jedoch die möglichkeit hatte ein halbes Jahr in den USA zu verbringen und ich werde es niemals vergessen. Es war wirklich eine super Erfahrung, auch wenn es sich gerade sehr unreal anfühlt, als ob ich niemals da gewesen wäre.

Ein sehr großes Dankeschön auch an die ELE, die mich mit dem Stipendium unterstützt hat. Durch sie konnte ich so einiges mehr machen und das halbe Jahr noch stärker genießen. Vielen Dank hierfür noch einmal!

Das war es dann auch von mir

Ich wünsche allen jetzigen und zukünftigen Austauschschülern ein tolles Jahr und macht das Beste draus!

Eure Julia

 

 

 Posted by at 22:45
Jan 192017
 

Meine High-School in Alabama war im Vergleich zu anderen Schulen ziemlich klein. Es gingen dort nur ca. 700 Schüler zur Schule, welche Middle-School und High-School zusammen bildeten. Dementsprechend kannte ich auch so ziemlich jeden aus meiner Stufe, zumindest vom Sehen her.

Allerdings war es für mich anfangs trotzdem etwas schwierig richtige Freunde zu finden, da wir keine Klassen, sondern Kurse hatten. Das heißt, dass ich nach jeder Stunde den Raum und somit auch meine Klassenkameraden gewechselt habe. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich mich einer Aktivität nach der Schule anschließen musste, um gute Kontakte zu knüpfen. Da Schulsport in den USA sowieso großgeschrieben wird, empfehle ich jedem Austauschschüler sich dort etwas zu suchen. Wer nicht so sportlich ist, kann sich aber auch in der Band, dem Kunst-Club, dem Mathe-Club oder in anderen Angeboten engagieren.

Ich habe Cross-Country gemacht, wodurch ich meine später besten Freunde getroffen habe. Mit diesen habe ich auch meine Pausen und Freizeit verbracht. Außerdem macht es super viel Spaß jeden Tag nach der Schule mit seinen Freunden zu quatschen und dabei einen gemeinsamen Sport auszuüben. Ich wurde ein Teil des Teams, welches wie eine zweite Familie war.

Mein Schultag begann also um 7:30 Uhr und endete um 15:00 Uhr plus zwei Stunden Training bis 17:00 Uhr. Zur Schule bin ich mit dem typisch amerikanischen, gelben Schulbus gefahren. Viele Schüler fanden diesen ungemütlich, aber ich war vollkommen zufrieden und habe ihn gerne genommen. Besonders mochte ich, dass ich mich schon morgens mit Freuden austauschen konnte.

In jedem Klassenraum hing eine amerikanische Flagge und so wurde jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn die Pledge of Allegiance (Treueschwur zu Amerika) gesprochen und ein Moment der Stille durchgeführt. Austauschschülern ist es aber frei überlassen ob sie diese mitsprechen möchten.

Die Klassenräume wurden individuell von den Lehrern gestaltet, da diese immer im selben Raum unterrichteten.

Ich konnte drei meiner sieben Fächer frei aus einer Auswahl wählen. Diese waren Tanzen, Kunst und Fahrer-Erziehung (Führerschein). An amerikanischen Schulen werden auf jeden Fall mehr Fächer, die Spaß machen und nicht nur typische Lernfächer sind, angeboten. Außerdem hatte ich fortgeschrittenes Mathe, Englisch, Geschichte und Physik, anstelle von Chemie. Es ist empfehlenswert für Austauschschüler fortgeschrittene Kurse zu wählen, weil selbst diese nicht wirklich schwer sind. Das einzige was ich bereut habe, war Geschichte, denn ich kannte mich nicht sehr gut mit der US-Geschichte aus und hatte somit eine harte Zeit in diesem Kurs.

Wer in den Südstaaten der USA platziert wird, kann sich auch drauf einstellen, dass es sehr kalt in den Schulen ist. Da es draußen so heiß ist, werden die Schulen extrem kalt gehalten, allerdings zum Großteil zu kalt.

Zu dem kann es auch vorkommen, dass eine Schuluniform Pflicht ist, so wie es bei mir der Fall war. Ich fand dies aber super cool, da ich dies von Deutschland nicht kannte und so eine neue Erfahrung gemacht habe. Falls man morgens dann doch mal verschläft, ist es auch einfacher die Schuluniform schnell anzuziehen, als zehn Minuten über ein Outfit nachdenken zu müssen. Außerdem trägt man den Schulpullover auch gerne mal in der Freizeit, wodurch eine Zugehörigkeit geschaffen wird.

Austauschschülern kann ich nur empfehlen, während des Schulaufenthaltes im Ausland so viel wie möglich auszuprobieren und beschäftigt zu bleiben. Verschwendet nicht eure Zeit, denn wenn ihr erst einmal wieder zu Hause seid, werdet ihr nie wieder in diesem Land leben können, wie ihr es während des Austausches gemacht habt. Genießt jeden Tag und nehmt alle Eindrücke in euch auf, denn die Zeit dort vergeht wie im Flug. Am Anfang erscheint es lange, doch im Rückblick fühlt es sich an wie ein paar Wochen. Seid nicht schüchtern, sondern offen für Neues und entdeckt die Welt!

 

 Posted by at 10:02
Dez 052016
 

In Amerika wird jedes Jahr am letzten Donnerstag im November gefeiert. Dieses Jahr war es der 24.11.2016.

Meine Schule hatte eine komplette Woche Ferien, was nicht unbedingt üblich ist. Viele Schulen haben auch nur am Mittwoch vor Thanksgiving und am Freitag danach Schulfrei. Diese beiden Tage bekommt aber üblicherweise jeder um zu der Familie zu reisen (falls sie weiter entfernt wohnt) und zurück zu kommen.

Wie schon angedeutet, Thanksgiving ist da um Zeit mit der Familie zu verbringen, eine Menge zu essen und vor allem um DANKE zu sagen und alles wetzuschätzen was man hat.

Meine Familie und ich sind zu den Eltern meiner Gastmutter fürs Mittagessen gegangen und den Abend haben mein Gastbruder und ich bei Freunden verbracht. Deren ganze Familie war da und es war ziemlich gute Stimmung. Oft läuft im Hintergrund auch noch ein Footballspiel. Unser typisches Thanksgiving essen war: Truthahn, Schinken, dressing with gravy, mac&cheese, green bean casserole, sweet potato casserole, corn pudding, apple pie and pecan pie.

Insgesamt hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und es war ein toller Abend.

Spätestens an Weihnachten hört ihr dann das nächste Mal von mir.

Julia

 

 Posted by at 17:21
Sep 182016
 

Hey Leute!

Ich melde mich auch endlich mal wieder. Es ist meistens immer ziemlich viel los hier und deshalb finde ich nicht so oft Zeit, um einen Beitrag zu schreiben.

Auf jeden Fall geht es mir sehr gut soweit :). Ich habe mich an die Schule gewöhnt und finde mich auch zu recht (zum Glück 😅). In den ersten Tagen musste ich nämlich immer eine Karte der Schule haben und andere Schüler fragen wo es lang geht, um meine Klasse zu finden^^. Es war teilweise schon etwas stressig, aber auch lustig. Meine Schule ist zwar nicht so groß, aber fast jeder Gang sieht gleich aus, was die ganze Sache schwieriger macht. Auch mit meinem Spint hatte ich lange Zeit manchmal zu kämpfen  :D, oft lässt er sich nämlich nicht so leicht öffnen, wie man es gerne hätte. Aber man gewöhnt sich nach einiger Zeit daran. Also hier mal mein Stundenplan:

  1. st: Physical Science
  2. st: Drivers Ed
  3. st: Dance
  4. st: Art
  5. st: English
  6. st: History
  7. st: Algebra 2 + Trigonometry

Alles an sich nicht so schwer, bis auf Geschichte. Ich habe den schwereren Kurs gewählt und es war echt ein großer Fehler. Geschichte macht mir mein Leben hier nicht leichter 😬. Englisch und Mathe sind aber auch die fortgeschrittenen Klassen und in denen habe ich keine Probleme. Also falls ihr einen Austausch plant, wählt ruhig die besseren Kurse, seid nur sicher, dass ihr das Fach auch überhaupt mögt und ein bisschen Ahnung habt!

Zwischen den einzelnen Stunden habe ich jeweils 5 Minuten, um zum nächsten Raum zu kommen. Nach der 2. Stunde habe ich 10 min Pause und nach der 4. haben wir 30 min Lunch-Pause. Insgesamt haben wir also nicht viel Freizeit.  Die Schule beginnt um 7:30 Uhr und endet um 15 Uhr (mittwochs um 14 Uhr und donnerstags um 14:40 Uhr)   Ich wechsle meinen Klassenraum und meine komplette Klasse nach jeder Stunde, man hat also keine festen Klassenkameraden. Das hat es am Anfang auch etwas schwer gemacht, Freunde zu finden, weil man halt nie viel Zeit mit den selben Leuten verbringt. Deshalb habe ich mich auch dafür entschieden dem Cross Country Team beizutreten, weil du deine Freunde meistens in den Aktivitäten nach der Schule findest. Wir trainieren jeden Tag zwei Stunden, dass heißt ich bin meistens erst so um 17:30 Uhr zu Hause. Es ist zwar anstrengend, macht aber trotzdem Mega Spaß und ich bin froh im Team zu sein.

Ich lebe etwas abseits der größeren Stadt, weshalb es direkt in Satsuma auch nicht so viele Freizeitmöglichkeiten gibt. Deshalb treffe ich mich in meiner Freizeit meistens mit Leuten bei denen zu Hause, was aber auch Spaß macht. Manchmal fahren wir nach Mobile in die Stadt, um zum Beispiel shoppen  oder ins Kino zu gehen, es dauert allerdings ca 30 Minuten, um dort hin zu kommen.

Sonntags und Mittwochs gehen meine Gastfamilie und ich in die Kirche, aber Mittwochs ist das eine Jugendgruppe, wo alles lockerer ist und wir auch mehr machen können was wir wollen. Es macht ziemlich viel Spaß und ich freue mich jede Woche darauf.

Freitags haben wir meistens ein Football Game der Schule, was auch ziemlich cool ist. Die cheerleader und Schüler feuern ihr Team an, die marching band und Color guards performen in der Halbzeit. Es ist eigentlich genauso, wie man sich ein Football Game der High School vorstellt🙈.

 

Eine Sache, die ich ja aber wirklich vermisse, sind öffentliche Verkehrsmittel. Du bist hier wirklich total darauf angewiesen, dass deine Gasteltern dich fahren, wenn du selber und deine Freunde noch nicht fahren können. Für die Leute hier ist es wahrscheinlich normal immer ihre Kinder rum zu fahren, aber mir ist es trotzdem noch etwas unangenehmen so oft zu fragen, ob mich jemand wo hin bringen kann, weil ich in Deutschland meistens einfach den Bus nehme und ich meinen Gasteltern auch nicht auf die Last fallen möchte. Wahrscheinlich tue ich das auch gar nicht, aber für mich persönlich ist es halt ungewohnt.

Ich denke das war erstmal das wichtigste.

Dann bis zum nächsten Mal

 

 Posted by at 23:09