Mrz 232018
 

Wie ich ja bereits in meinen ersten Berichten erwähnt habe, habe ich als Unterrichtsfach sowohl Band als auch Jazz-Band.

Von Donnerstag bis Samstag (15.-17. März)wurde von der Schule eine Band-und Orchesterfahrt angeboten, die ich natürlich nicht verpassen wollte. Vor der Fahrt wurde noch einiges Organisatorisches geklärt. Aber sehr kurios fand ich die Regeln, die wir  erhalten haben und auch unterschreiben mussten. Sowas habe ich im Leben noch nicht gesehen. Auf den Regeln stand unter anderem bei dem Punkt „ Du kannst nicht:“ auf dem Schoß des anderen Geschlechts sitzen, Küssen, Kuscheln, Hände halten, unter einer Decke zusammensitzen, im Schoß eines anderen liegen. Das witzigste war: nach Einbruch der Dunkelheit im Bus neben jemandem  des anderen Geschlechts sitzen.  Weiter ging es mit: längere Umarmungen, heiraten. Ein Mädel in die Augen schauen war allerdings ausdrücklich erlaubt. So typisch deutsche Dinge wie Alkohol, Rauchen, Drogen etc. war dort gar nicht erwähnt, da das hier in Utah überhaupt gar kein Thema ist.

Am Donnerstag war noch ganz normal Unterricht. In der letzten Stunde, die eh Band-Probe gewesen wäre, wurde alles eingepackt und dann ging es mit dem Bus endlich los. Der erste Zwischenstopp wurde dann in der „University of Utah“ in Salt Lake City eingelegt. Jeder hat sich sein Instrument geschnappt und es wurde die erste Probe eingelegt. Die Probe wurde aber nicht von unserem normalen High-School Lehrer geleitet sondern von einem Profi,  der an der Uni arbeitet. Wir haben alle sehr viele Tipps mitbekommen. Nachdem  die Proben von der Band und dem Orchester vorbei waren, ging es auf zum Bowling. Wir hatten eine Menge Spaß und die Bahn sah super cool aus, als sie mit Schwarzlicht beleuchtet wurde (alles Weiße leuchtet im Dunkeln). Danach ging es  zum Hotel in Logan,  wo wir unsere Zimmer bekamen. Die Zimmer waren sehr schön, mussten sich aber zu viert geteilt werden. Das war aber kein Problem. Ich hatte zum Glück meinen Laptop mit, den wir dann an den Fernseher angeschlossen haben und so Netflix gucken konnten.

Freitag hieß es 6 Uhr aufstehen, fertig machen, Frühstücken und losfahren. Es gab die nächste Probe. Diesmal an einer anderen Schule mit einem anderen Profimusiker, der uns auch wieder sehr hilfreiche Anregungen gegeben hat. Dieser legte extrem viel Wert auf Dynamik und Tempowechsel. Nach den Proben gab es dann Lunch und es wurde weitergefahren. Nun gab es zwei Jazz- Proben von anderen Profi-Bands,  wo jeder von uns sich entscheiden konnte, einfach nur zuzuhören oder mitzumachen. Da brauchte ich nicht lange zu überlegen: ich war dabei und habe mich der Probe angeschlossen. Klar, waren die Stücke ziemlich schwer, waren ja auch Profi-Musiker. Aber genau das war der Reiz und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Danach hörten wir das nächste Orchester. Nach dem Konzert bekamen wir von diesem Dirigenten noch eine Probe und erhielten auch von ihm wieder zahlreiche Verbesserungsvorschläge. Gegen 18 Uhr war das Tages-Programm  beendet und wir fuhren hungrig zum Essen in ein Restaurant. Das Essen war super lecker. Gegen 20 Uhr waren wir dann zurück im Hotel. Hier konnte ich mich mit meinen Freunden  noch einmal in dem Hotelpool beim Schwimmen auspowern.

Samstag mussten wir um 8.30 Uhr die Hotelzimmer geräumt haben. Von dort aus fuhren wir zu einer privaten High-School, an denen Konzerte stattfanden, die wir uns anhören konnten. Einige Stunden später haben wir den Heimweg angetreten.

Das Wochenende war sehr anstrengend, da wir wirklich viel geprobt oder uns Konzerte angehört haben. Trotzdem war es ein gelungenes Wochenende, da ich wirklich eine ganze Menge mitnehmen konnte.

Das nächste Event für mich  ist der berühmte Prom-Schulball. Bei diesem Ball sind die Jungs wieder am Zug, ein Mädchen einzuladen. Bis jetzt habe ich noch niemanden gefragt, werde ich aber noch tun. Bei so viel netter Auswahl ist die Entscheidung halt schwer, aber ich freu mich schon drauf.

Bis demnächst

 

Euer Fabius

Nov 222017
 

Drei Monate hier und es läuft immer noch alles bestens. Diesen Monat gab es viele neue Erlebnisse. Dach abreißen und neu decken in Logan, Geburtstagsparty, Halloween, Sadies Ball, Footballfinalspiel von meiner Schule und mein erstes College-Footballspiel.  Aber der Reihe nach.

Es hieß früh aufstehen und ab nach Logan. Da meine Familie früher in Logan gewohnt hat,  haben sie dort noch ihr altes Haus, wo einer meiner Gastgeschwister jetzt lebt. Das Dach dieses Hauses war ziemlich kaputt. Das hieß, zwei Tage Arbeit für Abriss und Neubelag vom Dach. Das war eine ganz schön harte Arbeit,  wurde aber mit einem wirklich leckeren Abendessen belohnt. Was mich aber ziemlich beeindruckt hat, ist die Hilfe der Nachbarn. Im Laufe weniger Stunden waren wir 15 Leute, die alle mitgeholfen haben.

Auch in diesen Wochen habe ich schon wieder so viele neue Leute kennengelernt und wurde auch auf die erste Geburtstagsparty eingeladen. Die war wirklich sehr lustig, da wir Eislaufen waren und dies einer meiner Lieblingsaktivitäten ist.

Dann kam Halloween in den USA. Es ist wirklich sehr cool, da hier alle Halloween lieben und schon einen Monat vorher das Haus schmücken. Die Kürbisse werden hier nicht einfach im Supermarkt gekauft, sondern es wird dafür extra zu einer Kürbisfarm gefahren. Zwei Tage vor Halloween war ich auf einer richtig coolen Halloweenparty. Das Haus war riesig und es gab einen Indoor Pool und einen Outdoor Whirlpool. Fast alle Gäste waren auch schwimmen. Überall im ganzen Haus waren Leute, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Nur hier gibt es keinen Alkohol, stattdessen in reichlichem Maße Cola, Fanta und Sprite. An Halloween selbst gehen, anders als in Deutschland, wo die Kinder ja so bis ca. 12 Jahren noch nach Süßigkeiten fragen, auch noch 17-jährige durch die Straßen. Wir selber haben aber an Halloween ein paar Leute eingeladen und eine kleine Party gefeiert.

Wie ich ja in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, gibt es im November einen weiteren Ball, zu dem die Mädchen die Jungen fragen müssen. Dieser Ball nennt sich Sadie und ich wurde tatsächlich von einem sehr netten Mädchen gefragt. Es war wirklich sehr süß. Es ist Tradition, dass das Mädchen dich mit einem Plakat fragt, das sie dir vor die Haustür legt, klopft und schnell wegrennt. Auf dem Plakat hat mein Mädchen versucht, mich auf Deutsch zu fragen. Außerdem hat sie neben dem Plakat überall Monster und andere Süßigkeiten gelegt. Dann ist es Tradition, dass der Junge antwortet. Da sie seit mehreren Jahren die gleichen Schuhe hatte und die wirklich schon sehr kaputt waren, habe ich Schuhe gekauft und ihr vor die Haustür gelegt mit dem Spruch: Let‘s Kick It At Sadies. An dem Tag des Sadies macht man normalerweise einen „Date Tag“. Aber da mein Gastvater für genau diesen Tag Karten für ein College-Footballspiel hatte, mussten wir diesen Programmpunkt ausfallen lassen, planen aber, das nachzuholen. Das College-Footballspiel war wirklich bombastisch und hat sich auf jeden Fall gelohnt anzusehen. Das Team, für das meine Gastfamilie schwärmt, hat auch gewonnen. Nach dem Footballgame sind wir dann nach Hause gefahren und Glena (mein Ballmädchen) hat mich abgeholt. Dann haben wir uns mit ihrer besten Freundin und dessen Freund getroffen, um uns zu schminken. Das Thema  des Balls war Safari, deshalb sind wir als Tiere gegangen. Zuerst waren wir wieder super lecker essen und dann ging es zum Sadies Ball. Es wurde viel getanzt und war wie eine riesige Party. Ich hatte einen tollen Abend.

In diesem Monat gab es auch viele Footballspiele, die unsere Schulmannschaft alle gewonnen hatte und es so ins Finale geschafft hatte. An dem Finalfreitag hieß es für die Schüler nur 15 Minuten Unterricht, so dass um 9 Uhr Schluss war und so gut wie alle zum Finalspiel nach Salt Lake City gefahren sind. Es war ein super lustiges Spiel mit viel Anfeuerung, was wir dann auch haushoch gewonnen haben. Das einzige Problem war an diesem Tag die Kälte. Es hat sogar geschneit.

Das war ein wirklich aufregender und spannender Monat mit einer ganzen Menge Spaß. Das nächste Highlight, was jetzt auf mich wartet, ist Thanksgiving. Ich freue mich wirklich sehr darauf und natürlich auch auf den Black-Friday.  Aber davon erzähle ich das nächste Mal.

Liebe Grüße aus Utah,

Fabius

 

Okt 152017
 

 

Nun bin ich seit zwei Monaten hier und ich bereue meine Entscheidung, ein Austauschjahr zu machen, nicht. Ich habe in diesem Monat noch mehr Leute kennengelernt und neue Freundschaften geknüpft. Mit meiner Familie läuft alles super und ich hatte bis jetzt noch keine Probleme.

Langsam wird hier in Utah das Wetter immer kälter und kälter. Ich hatte lange Tagestemperaturen von ca. 30 C°. Das ist leider vorbei. Die Temperaturen sind gefallen auf 10 – 16 C°. Man kann auch schon Schnee oben auf den Bergen der Rocky Mountains sehen.

Gespräche auf Englisch laufen mittlerweile recht gut. Aber wenn in der Schule der Lehrer seinen Vortrag hält, fällt mir das Verstehen immer noch ein bisschen schwer. Das Fach Fitness macht mir in letzter Zeit immer mehr Spaß, weil ich immer mehr Sportspiele kennenlerne. Gestern waren wir im Fitnessraum, wovon ich heute den ganzen Tag Muskelkater habe. Aber es war trotzdem sehr cool zu trainieren.

Am 7. Oktober hatte ich „Homecoming“. Das ist ein Schulball, bei dem der Junge ein Mädchen fragen muss, ob sie ihn zu diesem Ball begleiten möchte und dann hat man hier ein Date. Ich habe ein Mädchen namens Jenna gefragt, aber erst zwei Tage vor dem Homecoming, sodass das Ganze mit Kleid, Krawatte und Blumen etwas stressig wurde. Die Krawatte muss nämlich die gleiche Farbe wie das Kleid haben und die Blumen auch. Der Junge muss für das Mädchen die Blumen besorgen und umgekehrt. Ich habe meiner Begleiterin also Blumen fürs Handgelenk gekauft und sie hat mir Blumen zum Anstecken an den Anzug gemacht. An dem Tag des Homecoming bin ich dann von meinem Gastvater zu ihrem Haus gefahren worden und dann von Jennas Vater ins Haus gelassen worden. Dann kam Jenna mit ihrem Kleid stilecht ins Zimmer  und wir mussten uns gegenseitig die Blumen anstecken. Danach fotografierte uns Jennas Mutter. Wir hatten uns mit noch einem weiteren Pärchen verabredet, zusammen den Abend zu verbringen. Die beiden kamen dann auch zum Haus von Jenna. Nun wurden nochmals Fotos von den beiden und von uns allen vieren gemacht. Jetzt ging es auf zum Dinner. Wir fuhren zu einem Sushi-Steak Restaurant, wo vor unseren Augen auf lustige Art und Weise mit viel Jongleurgeschick unser Essen vorbereitet wurde. Danach musste natürlich der Junge für das Dinner bezahlen.

Jetzt ging es auf zum Homecoming Ball. Das Ganze fand in einer großen Turnhalle statt und war wie so eine Art Disco. Zwischendurch wurde aber langsame Musik gespielt, bei der man mit seinem Partner zu  tanzen hatte. Kurz vor Ende des Balls wurde dann noch der Homecoming King und die Homecoming Queen aufgerufen, die dann zusammen eine Ehrenrunde tanzen mussten. Insgesamt hat mich Homecoming über 100$ gekostet, was sich aber gelohnt hat. Es war ein wirklich großartiger Abend und ich hatte eine Menge Spaß. Im November ist der nächste Ball, bei dem aber dieses Mal die Mädchen die Jungs fragen müssen. Ich bin mal gespannt, ob ich gefragt werde.

 

 

Am letzten Donnerstag hatte ich hier mein erstes Konzert mit der Jazz-Band und dem Orchester. Das war wirklich sehr schön und ich muss sagen,  wir waren wirklich gut. Im Orchester hatte ich sogar beim letzten Stück zusammen mit einem anderen Jungen ein Flügelhorn-Solo,  was wir super hinbekommen haben. Mein Gastvater war wirklich sehr begeistert und er freut sich schon auf das nächste Konzert.

 

Also wie man sieht, fühle ich mich wirklich wohl hier und habe eine Menge Spaß.

Liebe Grüße aus Utah,

Fabius