Paul Manns

Jan 302018
 

Goeie dag ouens, (,,Guten Tag Leute“ in Afrikaans)

nach etwas mehr als zwei Monaten in Paarl, war es für mich wieder an der Zeit, mich von meiner gewohnten Umgebung zu verabschieden, um mich mal wieder in ein neues Abenteuer zu stürzen. Dieses Mal lebt meine Gastfamilie im Norden des Landes, genauer gesagt in der Provinz Limpopo. Dort werde ich die nächsten 10 Wochen verbringen. Um nach Limpopo zu kommen, musste ich mit einem Mini-Flugzeug einmal  quer durch das  Land  fliegen.

 

Willkommensbraai mit geselligen Affen

Während wir vom Flughafen nach Hause fuhren, durfte ich wieder einmal die Schönheit Südafrikas bestaunen. Denn Limpopo ist sehr grün. Die Landschaft bestaunend ahnte ich jedoch noch gar nichts von der Überraschung, die für mich vorbereitet wurde. Zuhause wurde nämlich für mich ein Willkommensbraai (Braai= Südafrikanisches BBQ) vorbereitet. Als ich dann aus dem Auto ausstieg und auch noch feststellte, dass nicht nur ein Essen vorbereitet war, sondern auch noch 20 Leute darauf warteten, mich kennen zu lernen, war ich natürlich total überrascht. Aber es war natürlich klasse, direkt am ersten Tag, so viele Kontakte zu knüpfen. Das Highlight des Abends war jedoch, dass Affen in unseren Garten kletterten, während wir aßen.

Schießen üben

Das Hobby meines Gastbruders ist Schießen. Ich habe das Glück, dass er mich jetzt immer mit zum Training nimmt.

Hier mal ein Bild.

Südafrikanisches Essen

In den letzten Ferientagen verwöhnte mich meine Gastmutter mit so viel typischen südafrikanischen Gerichten, wie sie nur auftreiben konnte. Und ich kann euch sagen, dass Südafrikanisches Essen wirklich lecker ist. Hier mal ein paar Bilder von typisch Südafrikanischen Gerichten, die meine Gastmutter für mich zubereitet hat.

Die sogenannten ,,koeksister“.

Das ist ein Kuchen namens ,,Milk tart“.

Ersten Schulwochen

Anders als in Deutschland gehen die Grundschulkinder in Südafrika zum Jahresbeginn zum ersten Mal in die weiterführende Schule. Ebenfalls anders ist auch wie die Neulinge begrüßt werden. Während man sie in Deutschland herzlich begrüßt, haben die Neulinge in Südafrika eine harte Zeit vor sich. Denn das Ganze erste Quartal werden die Neulinge von den Abiturienten geärgert. Sie kriegen zum Beispiel ein Schild umgehangen, das sie jeden Tag aufs neue Tragen müssen. Außerdem müssen sie ihre  Kleidung verkehrt herum tragen und Alles mögliche machen, was man ihnen verlangt. Aber wenn man dieses Ritual überstanden hat, ist man offiziell in der High School angekommen und kann sich darauf freuen, eines Tages das selbe mit den Neulingen zu machen.

Ich hoffe euch hat der Block gefallen.

Bis zum nächsten Mal

Paul

Dez 302017
 

Hallo zusammen,

erstmal wünsche ich euch, wenn auch etwas verspätet, frohe Weihnachten und für morgen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Aber jetzt mal zu meinen absolut besonderen Erlebnissen in Namibia. Diese reichen nämlich vom Fallschirmsprung über einen außergewöhnlichen Fang beim Angeln.

Ankunft

Auf dem zwei stündigen Flug von Südafrika hatten wir eine grandiose Sicht auf die Namibwüste.

Noch beeindruckender war es jedoch als wir mitten im ,,nowhere“ zum Landeanflug angesetzt haben und schließlich in Walvis Bay gelandet sind. Dort waren wir übrigens das einzige Flugzeug am ganzen Flughafen. Das wundert einen aber nicht, wenn man bemerkt, dass Namibia eine Bevölkerungsanzahl von 2 Millionen Menschen hat. Dementsprechend gibt es hier auch unvorstellbar große Mengen an freien Flächen, die die Grundlage für einen perfekten Abenteuerurlaub schaffen.

Landschaft

Die Landschaft wird großteils von teilweise riesigen Sanddünen geschmückt. Das Beste dabei ist, dass man diese sogar mit speziellen Autos und Quads befahren kann. Wir haben beides gemacht und wenn auch die ein oder andere Neigung beängstigend war, hatten wir extrem viel Spaß.

Flamingos, Robben, Pelikane und Delfine

An den Stränden von Namibia, an denen man übrigens mit dem Auto lang fahren darf, hatten wir die Chance Flamingos, Robben und ihre Babys, Pelikane und Delfine in freier Wildbahn aus nächster Nähe zu beobachten.

Babyhai gefangen

In der zweiten Woche wartete die nächste Überraschung auf mich. Denn als wir angeln waren, hatte ich plötzlich einen Babyhai am Hacken. Natürlich haben wir ihn aber wieder freigelassen.

Fallschirmsprung

Zum krönenden Abschluss eines super aufregenden Urlaubs habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Fallschirmsprung gemacht. Somit endete der Urlaub mit einem Adrenalin-kick.

Bis zum nächsten Blog

Euer

Paul

 

Nov 302017
 

Hallo zusammen,

in diesem Blog wartet etwas Spannendes auf euch. Denn ich habe nach vier super schönen Monaten  in Bloemfontein ein neues Zuhause bekommen. Wo genau ich jetzt bin, wie das Leben hier ist und ob mir der Abschied von meiner Gastfamilie schwer gefallen ist, werdet ihr jetzt erfahren.

Abschied

Nach vier unvergesslichen Monaten, voller Erlebnisse, hieß es für mich Abschied zu nehmen. Am Freitag verabschiedete ich mich von all meinen Freunden in der Schule und gewisser Weise auch von der Schule, denn ich hatte mich nun mal jetzt an all die Regeln, die am Anfang noch so seltsam waren, gewöhnt. Und ich wusste, dass Grey College eben auch in Südafrika keine normale Schule ist. Somit war mir auch klar, dass an anderen Schulen auch wieder andere Regeln auf mich warten würden. Von meinen Schulfreunden und der Schule hatte ich mich also mittlerweile schon verabschiedet. Den letzten Abend ließen meine Gastfamilie und ich noch gemütlich in einem Restaurant ausklingen. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns dann. Alle waren ein wenig traurig, aber wir trösteten uns damit, dass wir uns irgendwann mal wiedersehen würden. Am Flughafen hatte ich wie schon beim Abflug in Deutschland gemischte Gefühle. Einerseits war ich traurig meine Gastfamilie zurück zu lassen, andererseits hatte ich die totale Vorfreude auf ein neues Abenteuer in Paarl. Denn das ist die Kleinstadt im Western Cape, die für die nächste Zeit meine Heimat ist.

Erste Eindrücke vom Western Cape

In Kapstadt wurde ich dann am Flughafen von meiner Gastfamilie in Empfang genommen. Von da aus fuhren wir dann nach Paarl. In Paarl angekommen, aßen wir zusammen auf der Terrasse und genossen die geniale Aussicht, die wir von da aus hatten. Die Landschaft betrachtend, glaubte ich, dass ich in einem anderen Land gelandet wäre. Denn noch kurz zuvor kam ich aus dem trockenen und flachen Bloemfontein und auf einmal war alles grün bewachsen und bergig im Western Cape. Von der Landschaft im Western Cape bin ich übrigens immer noch stark beeindruckt.

Landschaft im Freestate.

Landschaft im Western Cape.

Die ersten drei Wochen in Paarl

Neue Schule

Direkt einen Tag nach meiner Ankunft ging ich das erste Mal in die neue Schule. Normalerweise müsste man ja jetzt denken, dass ich am ersten Tag total locker in die Schule gegangen bin, denn ich habe die ganze Prozedur ja schon hinter mir. Das stimmt auch, jedoch hatte ich dieses Mal im Gegensatz zum letzen Mal, wo ich neu in die Schule kam, keinen Gastbruder,  der mich seinen Freunden vorstellte und mir Alles gezeigte. Doch da ich im Moment nur eine Gastschwester habe, aber wie auch in Bloemfontein wieder auf eine Jungenschule gehe, musste ich natürlich diesmal GANZ alleine zur Schule gehen. Das bereitete mir ein bisschen Sorgen, jedoch völlig unberechtigt. Denn in Südafrika muss man sich keine Sorgen machen. Als Neuling wird man immer mehr als herzlich aufgenommen.  So auch dieses Mal. Die Sekritärin stellt mir sofort ein paar Jungs vor. Diese zeigten mir netter Weise dann die Schule und nahmen mich zu allen Fächern mit.  Nach den ersten Tagen wurden dann auch die ersten Freundschaften geschlossen.

Nachmittage

Da meine Familie an einem Golfplatz lebt, verbrachten wir fast jeden Nachmittag nach der Schule auf dem Golfplatz. Ich hatte zuvor noch nie in meinem Leben Golf gespielt. Dem entsprechend sahen auch meine ersten Schläge aus. Es war aber definitiv eine coole Sache, Golf mal ausprobieren zu dürfen. Mittlerweile habe ich mich aber auch verbessert. Aber nicht jeder Nachmittag bestand nur aus Freizeit, denn in Südafrika hat die sogenannte ,,exams“ Phase begonnen. Das kann man in etwa mit unseren Arbeiten in der Schule vergleichen. Jedoch schreibt die ganze Stufe an einem Tag zum Beispiel nur Biologie. Wenn man aber kein Biologie gewählt hat, darf man einfach den ganzen Tag Zuhause bleiben. Wie cool ist das denn, oder?

Das Haus meiner Gastfamilie direkt am Golfplatz.

Kapstadt

An den ersten Wochenende sind wir nach Kapstadt gefahren. Das ist die wohl beliebteste Stadt in Südafrika für Touristen. Da wir gerade mal 30 Minuten davon entfernt wohnen, meinte meine Gastfamilie, dass ich mir das auf keinen Fall entgehen lassen kann. Und ja, sie hatten recht, das konnte ich mir nicht entgehen lassen! Denn das traumhafte Wetter (wie fast immer in Südafrika) machte die Strände von Kapstadt noch schöner, als sie ohne hin schon waren. Durch das eiskalte Atlantikwasser ist natürlich auch für eine Abkühlung von den warmen Temperaturen mehr als gesorgt.

Am nächsten Wochenende machten wir eine Bustour durch Kapstadt, damit ich alle Attraktionen zu sehen bekomme. Dabei stellte ich fest, dass nicht nur der Strand , sondern die ganze Küste wunderschön sind.  Hier ein paar Bilder von Kapstadt:

Häuser im Kolonialstil.

Blick auf Kapstadt von oben.

Bevor ich  nun zum Ende komme, wollte ich noch ankündigen, dass meine Gastfamilie sooooooooooo nett ist und mich in zwei Wochen für 15 Tage mit in den Urlaub nach Namibia nimmt. Also freut euch auf den nächsten Blog, wo ich euch dann noch von einem anderen Land auf dem afrikanischen Kontinent berichten kann.

Bis dahin alles Gute

Paul

Okt 262017
 

Herzlich willkommen zu einem weiteren Blog,

eigentlich wollte ich in meinem nächsten Blogeintrag berichten, wie ich zu meiner nächsten Gastfamilie reise. Doch letztes Wochenende hatte ich die Ehre, bei einer Clantradition dabei zu sein. Und davon MUSS ich euch einfach erzählen, denn in Deutschland gibt es nicht ansatzweise etwas vergleichbares!

Das Ritual fand ein ganzes Wochenende in der Geburtsstadt meines Gastvaters statt und wurde dieses Mal für zwei meiner Gastgeschwister veranstaltet. Der Hintergrund des Rituals ist der, dass die verstorbenen Clanmitglieder über die Jugendlichen wachen sollen, nachdem sie das Ritual absolviert haben. Mit ,,wachen“ ist gemeint, dass die verstorbenen Clanmitglieder die Jugendlichen von bösen Gedanken und Gefahren fernhalten sollen.

Ablauf

Alles began damit, dass die Körper meiner Gastgeschwister mit Pulver eines roten Steines eingeschmiert wurden. Danach mussten sich beide auf eine Decke setzen, die sie bis zum Ende des Rituals nicht mehr verlassen durften. Ja, ihr habt richtig gehört sie mussten auf der Decke von Freitag bis Sonntag sitzen. Auf der Decke sitzend, wurde jedem jetzt jeweils eine Ziege vorgeführt und zu den verstorbenen Clanmitgliedern gebetet. Als nächstes wurde im Hinterhof ein Loch neben einer Heilpflanze gegraben. An diesem Loch schlachteten sie dann die zwei Ziegen und gaben sowohl deren Blut als auch den Mageninhalt in das Loch. Das soll einen positiven Effekt auf die Heilpflanze haben. Am selben Tag mussten mein Gastbruder und meine Gastschwester, für die das Ritual stattfand, das rechte Hinterbein verzehren, weil es das vermutlich stärkste Bein ist. Der Rest der Ziege wurde am ersten Tag nicht gekocht, sondern nur ins Haus gebracht. Denn die meine Gastgeschwister mussten auf der Decke neben den zwei toten Ziegen schlafen. Am nächsten Tag wurden dann die Reste der Ziegen gekocht und anschließend von allen gegessen. Mit dem Ziegenkopf geschah jedoch noch etwas besonderes. Zur Erinnerung wurden von ihm die Hörner entfernt und an einen Pfahl gehangen. Außerdem entfernten sie das Fell vom Kopf, um ihn anschließend komplett bis auf die Knochen aufessen zu können. Für meine Gastgeschwister stand nach dem Mahl noch eine weitere Nacht auf der Decke an. Als sie auch diese überstanden hatten, gab jeder Teilnehmer noch seinen Segen zu einer Kette. Diese wurde ihnen zum Abschluss des Rituals umgehangen. Dazu muss man noch sagen, dass sie die Kette nicht abnehmen dürfen, bis sie von alleine abfällt. So endete ein für mich total fremdes, aber total interessantes Ritual.

Ich hoffe, es war auch für euch interessant.

Unten habe ich noch Bilder und Videos angehangen.

Bis zum nächsten Mal

Euer Paul

 

 

 

 

 

In diesen Töpfen wurden die Ziegen gekocht.

Hier wird gerade das Fell vom Kopf entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fell wird vom Körper entfernt.

Sep 282017
 

 

Herzlich willkommen zurück auf meinem Blog,

bevor ich anfange zu schreiben, kann ich euch die gute Nachricht überbringen, dass ich noch einen Monat länger mit meiner Gastfamilie verbringen darf. Ursprünglich hätte ich mich schon diese Woche zu meiner neuen Gastfamilie aufmachen müssen. Doch weil es Probleme gab, mir eine neue Gastfamilie zuzuteilen und ich mich so oder so mit meiner jetzigen Gastfamilie super verstehe, lag es nahe, dass ich einfach ein wenig länger hier bleibe. Ehrlich gesagt, freue ich mich auch total darüber, weil der Gedanke, mich jetzt schon von all meinen neuen Freunden und meiner Gastfamilie zu trennen, irgendwie schwer vorstellbar ist. Somit kann ich also noch einen weiteren Monat hier in Bloemfontein genießen, bevor ich mich ins nächste Abenteuer stürze.

Jetzt aber mal zu meinem Geburtstag, von dem ich euch eigentlich erzählen wollte:

Diesen Monat habe ich meinen ersten Geburtstag im Ausland gefeiert. Meine Gastfamilie gab ihr Bestes, um es für mich so anzufühlen zu lassen, als wäre ich Zuhause. Morgens wurde ich von der ganzen Familie mit einem Geburtstagskuchen und einheimischen Geburtstagsliedern geweckt, was wirklich schön war. Auch in der Schule hatten erstaunlich viele an mich gedacht und mir gratuliert. Als wir  von der Schule zurückkamen, erfuhr ich jedoch von der größten Überraschung. Am Wochenende sollte, für meinen Gastbruder, der in der selben Woche wie ich Geburtstag hat und für mich eine Geburtstagsparty stattfinden. Das kam für uns beide sehr überraschend und wir freuten uns dementsprechend sehr. Auf der anderen Seite war ich aber auch gespannt, wie eine Geburtstagsparty in Südafrika abläuft.

Für unsere Geburtstagsfeier wurde ein Buffet aufgebaut. An diesem versammelten sich dann am Anfang alle Gäste, um noch einmal gemeinsam für meinen Gastbruder und mich zu singen. Es waren wirklich eine Menge an Bekannten und Freunden, die zu unserem Geburtstag gekommen sind. Selbst die Nachbarn kamen vorbei. Nachdem für uns mehrfach gesungen worden war, überreichte man uns die Geschenke. Meine Gastfamilie hat mir das Trikot der Rugby-Nationalmannschaft geschenkt und damit voll ins Schwarze getroffen. Auch das Geschenk meiner Eltern war mittlerweile angekommen. Das beinhaltete unter anderem deutsche Süßigkeiten, die ich dann mit den Anderen teilte. Mit dem Anschneiden des extra für uns angefertigten Kuchens, eröffneten wir dann das Buffet und die Party konnte ihren Lauf nehmen. Das heißt für einige Südafrikaner schon im Frühling das erste mal in den Pool zu springen. Auch ich sprang natürlich rein, weil ich als Deutscher sowieso an die Kälte gewohnt bin. Doch einigen Südafrikanern ging es anders. Sie tanzten lieber und sorgten damit für eine ausgelassene Stimmung. Zum Abschluss eines genialen Tages wurde natürlich gebraait. Denn es gibt wahrscheinlich nichts, was die Südafrikaner lieber machen.

Hier unten habe ich euch noch zwei Bilder angehangen.

In dem nächsten Blog werde ich mich dann in mein nächstes Abenteuer stürzen. Deshalb verpasst den Blog auf keinen Fall!

Bis zum nächsten Mal

Euer Paul