Hier kommt mein nächster Bericht aus den fernen USA.

Seit meinem letzen Eintrag ist wirklich soviel passiert, es ist echt unglaublich.

Die Schule hier ist meine größte Beschäftigung  unter der Woche.  Meine Schultage sind etwas länger als in Deutschland. Ich habe jeden Tag sieben Stunden a 50 Minuten. Allerdings ist dies nicht der einzige Unterschied zwischen deutscher und amerikanischer Schule. Ich fang aber erst einmal mit meiner ersten Schulwoche an, welche sehr aufregend war. An meinem ersten Schultag kam ich gar nicht mehr aus dem Staunen heraus, wie groß die Schule eigentlich ist. Mein zweiter Gedanke war: „Oh Gott, wie soll ich denn später meine Klassen finden wenn ich keinen Begleiter mehr habe.“ Wie sich dann aber heraus gestellt hat, mit einer Schulkarte und ein bisschen rum Gefrage war das wirklich nur ein sehr kleines Problem. Viel schwieriger dagegen war die Pünktlichkeit.  Man hat nur maximal fünf Minuten, um die Klasse zu wechseln und wie schon erwähnt die Schule ist riesig, denn dort müssen mehr als 2000 Schüler täglich unterrichtet werden. Mein erstes Lunch war auch ein wenig anders. Zu aller erst lief ich wie ein verlorenes Etwas durch die Gegend und hatte wirklich keinen Plan. Nachdem ich dann aber mehrere Schüler gefragt hatte, wie das mit dem Essen funktioniert und wo ich bezahlen müsse, fand ich mich wenig später in einer riesigen Schlange wieder und wartete auf mein Essen. Als ich dann endlich meinen Teller mit Pizza hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Sitzplatz  und Gesichtern, die ich vielleicht vorher schon mal gesehen hatte, aber mit wenig Erfolg. So war ich froh, dass ich mich endlich irgendwo wieder fand auf einem Platz und dass ich endlich anfangen konnte zu essen. Aber bevor ich mit meinem Lunch fertig war, klingelte es. Wir haben nur eine einzige Pause und die ist 25 Minuten lang. Die ganze Cafeteria voller Schüler erhob sich gleichzeitig zum Ton der Klingel und ging zum nächsten Unterricht. Ich folgte einfach der Masse und hoffte,dass ich meinen nächsten Klassenraum pünktlich finden würde. Die Unterrichtsfächer sind auch ein wenig anders. Ich habe American History, Weightlifting, Digital Design, Physics, English, Leadership und Geometry. Hier ist eine kurze Beschreibung für die Fächer die nicht so ganz normal sind. Weightlifting ist übersetzt Gewichte heben, dies ist auch eigentlich der Hauptteil was wir dort machen. In Digitial Design arbeiten wir mit Photoshop und lernen wie wir Fotos manipulieren können. Und Leadership ist mehr oder weniger ein sozialer Dienst, bei dem wir anderen Leuten helfen, oder Events für unsere Schule planen und organisieren.

Das soll jetzt erst einmal genug von der Schule gewesen sein. Nach dem ich dann meine sieben Fächer hinter mich gebracht hatte, ging es dann ab zum Footballtraining. Ich habe jeden Tag nach der Schule von 2.30 bis 5 Uhr Training. Es ist wirklich ein großartiger Sport.

Wir hatten schon ein paar Spiele, in denen ich sogar eingesetzt wurde. Ich habe Football vorher noch nie gespielt, und so war das Training am Anfang etwas hart, aber mittlerweile fällt es mir immer leichter. Meine Position ist „Defense of End“ und meine Aufgabe ist es mehr oder weniger den Quarterback möglichst schnell zu takeln. Es macht so viel Freude zu spielen und durch den Sport ist es auch etwas einfacher neue Kontakte zu knüpfen.

Ich bin jedesmal froh wenn Wochenende ist, da die Woche schon anstrengend ist mit der Schule und  dem Training. Natürlich muss ich auch am Wochenende Hausaufgaben machen, dies hält sich jedoch in Grenzen. Meistens ist samstags ausschlafen angesagt und dann gegen Mittag und Abend unternehme ich oft etwas mit meiner neuen Familie.  Wir gehen shoppen, ins Kino, haben ein nettes Essen zusammen oder viele andere Sachen. Vor zwei Wochen waren wir in Alabama ein bisschen schießen. Das war echtmega cool!

Sonntag ist Kirchentag. Zu erst gehen wir um 8 Uhr in den Gottesdienst, anschließend ist Sundayschool und dann am Abend ist Youth Group. Die Youth Group ist richtig gut, weil die Leutetotal nett sind und wir immer spaßige Aktivitäten unternehmen. Am Freitagabend ist meistens FOOTBALL-TIME, denn dann spielt die erste Mannschaft der High School. Die Stimmung ist jedesmal bombastisch! Mindestens alle Schüler sind da, meistens sind es aber insgesamt über 5000 Leute, die sich das High School Game angucken und für Fort Walton Beach (meine Schule) singen, klatschen oder schreien. Es ist jedes Mal toll! Diesen Freitag jedoch sind wir am Abend angeln gegangen. Wir sind mit unserem Boot rausgefahren, haben den Sonnenuntergang genossen und dann in der Dämmerung geangelt.

Ich habe einen Fisch gefangen, welcher zwar nicht so groß war aber wenigsten hatte ich einen kleinen Erfolg. 🙂

Mittlerweile bin ich schon etwas länger als zwei Monate hier und die Sprache ist meistens kein Hindernis mehr. Manchmal muss man zwar nochmal nachfragen, was jetzt genau gemeint war, dies ist aber eher selten. Die Schule hilft mir auch mein Englisch zu verbessern, da ich nun auch Artikel, Statements usw. schreiben muss. Man lernt auch nochmal besser die Wörter und die Sprache, wenn man sie schreibt anstatt nur zu sprechen. Mein Englisch wird immer besser und mein Deutsch immer schlechter. 😛

Das war‘s erst einmal wieder aus dem Sunshine State!

Cheers, Tim

Categories: 2011Tim

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